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„Wenn das keine Kunst ist“
Die Bäume sind Symbol der Lebenskräfte, der Nachhaltig- und Dauerhaftigkeit, der Geschichte und der Erfahrungen. So ist auch die Entwicklung des Menschen untrennbar mit der Entwicklung der Bäume verbunden. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist ohne Bäume nicht denkbar und lebbar. Das Pflanzen eines jungen Baumes ist eine konkrete Handlung und zugleich ein Zeichen, das weit in die Zukunft reicht, denn erst nachfolgende Generationen erleben die volle Wirkung des Baumes. … zwar nimmt sich das Pflanzen von Bäumen angesichts der allgegenwärtigen und leichtfertigen Zerstörungen gewachsener Strukturen und Bedrohungen unserer Lebensräume durch den sogenannten Fortschritt als bescheidener Zugriff aus. Aber dieser Zugriff als Zeichensetzung, wird dennoch sichtbar und wirksam und das umso mehr mit jedem weiteren gepflanzten Baum.“
Norbert Scholz, Landschaftsplaner und leitender Mitarbeiter der Pflanzung „7000 Eichen“ und des BAUMKREUZes
Es ist ein Stück neuere Geschichte, aber es wird zur Historie werden
„Der Gedanke oder die Idee, eine Skulptur, das Baumkreuz zu pflanzen, kam zunächst für uns sehr überraschend, will in dieser schwierigen Zeit des Umbruchs sich keiner mit solchen Gedanken befasste. Das ist sicherlich verständlich gewesen zu dieser Zeit, aber ich denke, dass wir uns mit dieser Idee identifiziert haben. Und das kann ich nicht nur mich in Anspruch nehmen, sondern für viele Andere auch, besonders die jungen Leute, welche sich dort sehr tatkräftig beteiligt haben, sprich: Kinder und Jugendliche der Iftaer Schule und Mitglieder unserer Umweltgruppe. Ich denke schon, dass das BAUMKREUZ insgesamt nicht nur regionalen Charakter hat. Es ist ein Stück Geschichte, ein Stück neuere Geschichte zwar, aber es wird zur Historie werden“.
Rüdiger Schwanz, Bürgermeister von Ifta (1990).
Der Baum ist ja schon an sich ein Kunstwerk
„Wir hatten damals bei der Grenzöffnung auch vor, eine Eiche zu pflanzen. Durch das BAUMKREUZ ist jetzt tatsächlich ein Symbol da. Der Baum ist an sich schon ein Kunstwerk. Und da sie jetzt noch als ein Kreuz gepflanzt wurden, zusammen mit der Grenze, also ich empfinde es als Kunstwerk. Der Baum ist Symbol für Leben. Wenn der Baum stirbt, dann sterben wir auch, Das der Wald stirbt, ist ja schon eine Tatsache“.
Erich Siemon, Maurer im Ruhestand (1990).
Die zwei Illusionen
„Wer glaubt, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks sei die Frage nach einer Alternative zum westlichen Kapitalismus erledigt, gibt sich einer Täuschung hin. In Wahrheit hat sich von zwei großen Illusionen die erste aufgelöst, nämlich die Annahme, es könne auf Dauer eine Gesellschaftsform funktionieren, welche die Freiheit des Individuums nicht zulässt. Staatlicher Dirigismus richtet sich gegen die Selbstbestimmung des Menschen, damit neutralisiert er die menschliche Schöpferkraft, die dich Grundlage jeder fruchtbaren Arbeit ist. Die zweite Illusion, die sich zunächst als die erfolgreichere herausgestellt hat, besteht in dem Glauben, eine an Profitmaximierung orientierte Wirtschaftsordnung (und nur sie) gewährleiste die freie Entfaltung eben dieser Schöpferkraft. Tatsächlich sehen wir heute am Ende des 20. Jahrhunderts immer klarer, dass ein solches Freiheits- und in ihm fußender Wirtschaftsbegriff zu kurz gegriffen ist, und dass er sowohl die Erde als auch die Seelen verwüstet“.
Johannes Stüttgen, Künstler (1990)
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